Und manchmal ist es doch mein Land … Lyrik aus der DDR

Es mag euch sicher verwundern, wie ein Typ, der die USA so sehr liebt – auch eine kleine Liebe für die DDR Lyrik übrig hat – besonders die Texte von Plenzdorf und die Romane von Jurek Becker sind tief in mein Herz eingedrungen und haben sich dort festgesetzt – aber auch der dialektische Materialismus ist dort heimisch.

Ein weiterer Held für mich ist Stefan Krawczyk – er war ein Gegner der DDR und dennoch hätte so ein Mensch, dieser DDR-Künstler, nur in einem System wie dem in der DDR groß werden können – er war für mich die persönliche Personifikation des dialektischen Widerspruchs – hier ein Gedicht von ihm, welches mir noch heute viel sagt und mich stark berührt „Wieder stehen“:

Lang genug auf Eis gelegen,
lang genug umsonst geheult,
muss die starren Glieder regen,
eh´ der Frost ins Herz sich beult.

Hoffnung kommt nicht vor der Trauer,
Rettung kommt von Ohnmacht nicht,
Leben ist von kurzer Dauer,
keine Zeit mehr für Verzicht.

In den Wirren deiner Strähnen,
muss ich dir nicht widerstehen,

abgestürzt vom Rand der Tränen,
kann ich in dir untergehen .

Aus dem ersten Album „Die Puhdys“ aus dem Jahr 1974. Filmmusik in dem Film „Die Legende von Paul und Paula“ (Plenzdorf) von 1973 mit Angelica Domröse und Winfried Glatzede – als ich diesen Film zum mit 16 Jahren sah – hatte ich vorher ein Buch über den Diamat gelesen und war nahe dran in die PDS einzutreten – so begeistert war ich damals von der DDR-Kultur – nein ich habs dann natürlich nicht gemacht – dafür stand ich zu sehr auf die US-Philosophie und war von den USA zu stark eingenommen … aber trotzdem war das damals und auch heute noch sooo cool:

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